Das stärkt das Zusammenleben

Gemeinschaftsräume, EBG-Workshop, 2018
Text: Claudia Kocher | Fotos: Stephanie Wells

Im Gemeinschaftsraum treffen Menschen jeden Alters und unterschiedlicher Interessen aufeinander, um Zeit zu verbringen. Wer zu einer Genossenschaft stösst, denkt zuerst kaum an die Möglichkeit, in einer Freizeitwerkstatt zu werken oder einen Kaffeeklatsch in einem Siedlungstreff zu organisieren. Auch bei unseren Genossenschafterinnen und Genossenschaftern ist den meisten die Wohnung wichtig, die Lage, der Balkon, der Garten, die Miete. Aber nun wird es Zeit, auch die Gemeinschaftsräume ins rechte Licht zu rücken.

Der Prozess, sich unter den Siedlungen auszutauschen, gibt Inspiration und erleichtert das Zusammenleben untereinander.

Susanne Eberhart

Wie kann man die Gemeinschaftsräume und die Freizeitwerkstätten attrak­tiver machen? Das war das Thema eines Workshops Anfang des Jahres 2018. Siedlungsvertretende wie engagierte Genossen­schafterinnen und Genossenschafter trafen sich zum ersten Mal als Gruppe, um Ideen und Wünsche zu sammeln. Diese Mitwirkung ist bedeutend: Ohne sie gibt es keine Gemeinschaftsräume oder Frei­zeit­werkstätten, denn diese funktionieren nur, wenn sie von den Ge­nossen­schafterinnen und Genossenschafter geschätzt und getragen werden. In einem ersten Schritt wurde recherchiert, was vorhanden ist und was es noch braucht. In einem zweiten Schritt wurden anhand von Modellen die einzelnen Bedürfnisse dargestellt.


Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Eingeladen waren die Siedlungsvertreterin und -vertreter sowie Genossen­schafterinnen und Genossenschafter, die eine aktive Rolle in der EBG-Genossenschaft übernehmen. Dieser Austausch ist in Bezug auf Mit­wirkungs­prozesse in der EBG sehr bedeutend. «In Zukunft möchten wir den Austausch unter der Bewohnerschaft vermehrt fördern», erklärt EBG-Präsidentin Susanne Eberhart. Bei der Diskussion traten einzelne Schwachstellen zu Tage: Einigen Werk­­stätten fehlt der Nach­wuchs. Manche Räume sind eng. Im Sternen­feld I gibt es nur eine Frei­­­­zeit­­­­werkstatt. Der Siedlung Sternen­feld II fehlt der Gemeinschafts­raum. In der Siedlung Birs und Schützenmatte wird bemängelt, dass der Siedlungstreff nicht spontan genutzt werden kann.


Ideenentwicklung und Prototypen
Was wäre denn ein idealer Gemeinschaftsraum? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durften an diesem Abend ihrer Fantasie freien Lauf lassen und in Gruppen den idealen Gemeinschaftsraum kreieren. Auf den Weg bekamen sie folgendes: Ihr seid Superhelden und dürft ohne Einschränkungen bauen. Und: Geld spielt keine Rolle.


Claudia, Daniel, Andreas und Martin
Wir haben eine Mehrzweckhalle gebaut. Hier gibt es ein Kinder­betreuungsprogramm, einen Fit­ness­raum mit Whirlpool, einen Kaffee- und Kuchenraum und eine Kletterseilbahn. In dieser Halle braucht es eine betreuende Person mit Präsenzzeit, wie auf einem Robi-Spielplatz. Diese Person ist immer da und sorgt für geregelte Öffnungszeiten. Der Kinderspiel­platz wird durch den Wald sym­bo­lisiert. Natürlich können die Kinder auch draussen spielen, aber Geld spielt ja keine Rolle, also kommt der Wald in die Halle. Zentral ist die Präsenzperson. Man soll nicht über fünf Ecken müssen, um einen Schlüssel für die Halle zu organisieren.


Rebekka Bucher, Walti Glauser, Markus Wingert und Celina Zeiter
Bei uns findet beides statt: Werkstatt wie auch Gemeinschaft. Mehrere Personen übernehmen die Verantwor­tung und sorgen für Ord­nung. Der Essbereich besteht aus einer Kochinsel, Kaffeemaschine und einer Lounge. Eine kleine Hüpfburg ist für die Kinder gedacht. Die Kinderecke ist multi­funktional und kann schnell umgebaut werden, beispielsweise in eine Bastel­ecke. Wir wünschen uns eine Nasszelle mit einer freistehenden Badewanne. Ein Wickeltisch sowie eine Toilette haben Platz. Dieser Teil ist jederzeit für alle zugänglich. Der Werkstattteil beinhaltet auch eine Velowerkstatt. Der Raum mit den gefährlichen Maschinen ist aber nicht für Kinder gedacht, allerdings können die Kinder in der Werkstatt schon werken und basteln.

 

Rodrigo, Arife, Heini und Christian
Bei uns ist immer offen, denn Rodrigo oder jemand anders ist immer da. Wir wollen ein Lokal für alle Genera­tionen sein. Es gibt einen Billardtisch, eine Sport­ecke mit Fitnessgeräten und eine Kinoleinwand mit einer Sitzecke, auf der Fuss­ball­matchs oder Filme gezeigt werden. Die Schminkecke ist für die Mädchen, aber Jungs dürfen auch rein. Auch die Kreativecke hat immer offen. Essen kann immer mitgebracht werden. Jeder nimmt mit, was er kon­sumieren möchte und ist verant­wort­lich, dass nachher nichts davon herumliegt. Das symbolisiert die Bar. Bei uns soll es ganz gemütlich sein.


Daniel, Stephan, Conny und Christian
Wir konzentrieren uns auf den Gemein­schaftsraum. Unsere Vision eines solchen Raums hat eine Galerie mit einer Wasserrutsche für die Kinder. Für die Erwachsenen gibt es eine Sauna, die sich in der Wellness-Oase befindet. Dazu gehört auch das geheizte Aussenschwimmbad im Winter. Dann ist auch das Cheminée in Betrieb.Am Feuer kann man Maiskolben bräteln oder Schlangenbrot backen. In einem Aussen­bereich halten wir Hühner. So wissen die Kinder, woher die Eier kommen. Auch ein Rössli wäre nett. In unserem Raum sollen spontan Feste und Nacht­­essen stattfinden können.

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